Die Pädagogische Hochschule Wien zeigt eindrucksvoll, dass die Verankerung von Future Skills nicht nur ein strategisches Ziel sein kann, sondern zu einem praxistauglichen, evidenzbasierten und hochschulweiten Entwicklungsprozess werden kann. Die PH Wien gehört damit zu den Hochschulen, die das NextSkills-Modell nicht nur kennen – sondern konsequent in Strukturen, Studiengänge und Lehr-Lern-Prozesse übersetzt haben.
Ausgehend von einer Initiative von Dr. Reinhard Bauer wurde ein hochschuleigener Entwicklungsprozess aufgesetzt, der beispielhaft zeigt, wie Hochschulen Future Skills curricular verankern können. Bemerkenswert ist dabei vor allem die Stringenz: Von der Modelllogik über die Kompetenzentwicklung bis hin zur Modulbeschreibung greifen alle Schritte ineinander.
Anstatt Future Skills als Einzelthema einzuführen, setzt die PH Wien auf ein Spiralcurriculum. Studierende begegnen denselben Kompetenzen mehrfach im Studienverlauf – jedoch jeweils:
So entsteht nachhaltiges Kompetenzwachstum, das nicht von Zufällen abhängt, sondern curricular gesichert ist.
Das NextSkills-Modell bietet die logische Grundlage – und schafft Struktur:
Diese Dreigliederung ermöglicht es allen Studiengängen, ihre fachlichen Profile zu bewahren und zugleich Future Skills anschlussfähig einzubetten.
Gemeinsam mit allen Fachbereichen wurden Kompetenzstufen und -niveaus entwickelt, die eine nachvollziehbare Progression ermöglichen. In iterativen Schleifen entstand ein hochschulspezifisches Kompetenzmodell, das fachliche Besonderheiten, pädagogische Professionalität und Future Skills verbindet.
Herzstück der Arbeit ist eine detaillierte Kompetenzmatrix. Für jedes Modul wird geprüft:
Die Matrix schafft Transparenz – und macht die curriculare Verankerung sichtbar, überprüfbar und anschlussfähig
Abschließend wurden die Modulbeschreibungen überarbeitet. Wesentlich ist dabei: Lernergebnisse, Future Skills und Bezugskompetenzen sind klar aufeinander abgestimmt. Damit entsteht Verbindlichkeit – und eine durchgängige Linie bis in die konkrete Lehre.
Das Ergebnis ist ein Curriculum, das:
✔ Reflexionsfähigkeit stärkt
✔ Design- und Innovationskompetenzen fördert
✔ pädagogische Professionalität systematisch weiterentwickelt
✔ Anschlussfähigkeit an Schule und Beruf sicherstellt
Die PH Wien zeigt damit, wie strategische Hochschulentwicklung aussehen kann: evidenzbasiert, partizipativ, zukunftsorientiert und konsequent umgesetzt.
Besonders anschaulich wird der Ansatz im Bachelorstudium Mode & Design, das als Reallabor dient und eindrucksvoll zeigt, wie Studiengänge Future Skills passgenau integrieren können.
Alle Module enthalten drei bis vier zentrale Future-Skills-Schwerpunkte, beispielsweise:
Future Skills werden nicht additiv „oben drauf“ gesetzt – sie sind integraler Bestandteil der Lernziele und Lehrveranstaltungen.
Die Kompetenzmatrix zeigt für alle Semester:
So entsteht ein transparentes, nachvollziehbares Kompetenzprofil – sowohl für Lehrende als auch für Studierende.
Zwei quantitative Analysen unterstützten die Weiterentwicklung des Curriculums:
Die PH Wien zeigt eindrucksvoll, dass Future Skills:
Ein Good Practice, das vielen Hochschulen Orientierung bieten kann – und Mut macht, konsequent in Richtung Zukunftskompetenzen zu gehen.
Leiter der Forschungsgruppe und Professur für Bildungsmanagement und Lebenslanges Lernen