Ein kriteriengeleitetes Metadesign für die vergleichende Kompetenzforschung
Publikation erscheint demnächst auf www.nextskills.org
Die zweite Metaanalyse zu Future Skills Frameworks (nach dem ersten Review von 2022) entwickelt ein forschungsmethodisches Design, das in Europa bislang einzigartig ist. Die Studie verfolgt das Ziel, internationale Frameworks (u. a. WEF, OECD, ETH Zürich, Bertelsmann, McKinsey, SBW) nicht nur zu beschreiben, sondern kriterien basiert vergleichbar zu machen. Methodisch basiert die Studie auf drei aufeinander abgestimmten Zugängen:
Methodologische Signatur: Systematisch, theoriebasiert, evidenzgeleitet. Die Studie eröffnet ein belastbares Raster zur qualitativen und strukturellen Bewertung von Future Skills-Konzepten.
Veröffentlichung demnächst unter: www.nextskills.org
Ein triangulatives Forschungsdesign zur empirischen Kompetenzmodellierung
Die AIComp-Studie wurde 2024 im Projekt AIComp (gefördert durch das BMBF) realisiert und setzt Maßstäbe in der empirischen Analyse von KI-Kompetenz im Hochschulkontext. Das methodische Design basiert auf drei komplementären Phasen:
Methodologische Signatur: Triangulatives Mixed-Methods-Design mit deduktiver Modellierung auf Basis eines quantitativen Datensatzes. Evidenzbasierung, Breite und konzeptionelle Anschlussfähigkeit sind hier methodische Kernqualitäten.
Studienbericht verfügbar unter: https://next-education.org/downloads/AIComp_Part_1_Empirische_Studie_Bericht.pdf
Praxeologische Profilentwicklung im Mehrebenen-Design
Das Projekt HUCO Labs (Human Competence Labs) zielt auf die Entwicklung eines neuen Kompetenzprofils im Bereich forschungsnaher technischer Professionen: der TRI Professionals. Methodologisch wurde ein hybrides Mehrebenen-Design gewählt, das qualitative Tiefenanalyse mit quantitativer Validierung kombiniert:
Methodologische Signatur: Fallbasiertes, sequenzielles Forschungsdesign mit praxeologischer Tiefenstruktur. Ziel ist keine Modellverallgemeinerung, sondern die paradigmatische Erfassung emergenter Praxisprofile.
Studienbericht verfügbar unter: https://hucolabs.eu/wp-content/uploads/2025/05/D2.1-Future-Skills-for-Applied-Innovation-in-Technical-Professions.pdf
Die drei hier vorgestellten Studien markieren einen qualitativen Entwicklungsschritt in der empirischen Future Skills-Forschung. Sie zeigen exemplarisch, wie methodisch differenzierte, theoriegeleitete und erkenntnisorientierte Forschung im Spannungsfeld von Bildungswissenschaft, Kompetenzdiagnostik und gesellschaftlicher Transformation möglich ist.
Dabei ist ihre Stärke nicht in der Einheitlichkeit der Methoden, sondern in ihrer je eigenen methodologischen Passungzur jeweiligen Forschungsfrage zu finden – verbunden durch drei gemeinsame Grundprinzipien:
Was sich aus den drei Studien exemplarisch ableiten lässt, ist ein grundlegender methodischer Anspruch an Future Skills-Forschung: Sie muss nicht nur beschreibend, sondern konstruktiv, kritisch und steuernd sein – also fähig,
Die Studien zeigen, dass Kompetenzforschung im Modus der Zukunft möglich ist – obwohl oder gerade weil die zu untersuchenden Anforderungen noch nicht vollständig gesellschaftlich manifest sind. Future Skills-Forschung erweist sich hier als epistemisches Grenzfeld zwischen Antizipation und Empirie.
Durch die zunehmende Zahl empirischer Studien und methodisch reflektierter Arbeiten im Feld entsteht ein immer größerer Erfahrungsraum in der Future Skills-Forschung.
Dieser Raum erlaubt es, unterschiedliche Zugänge, Perspektiven und methodische Verfahren im direkten Vergleich sichtbar zu machen – ihre Anschlussfähigkeit, Grenzen und Stärken kritisch zu reflektieren.
Dabei lässt sich nach und nach ein sich konturierender Methodenkanon erkennen, der Future Skills nicht als spekulative Projektion behandelt, sondern als forschbare, empirisch rekonstruierbare und bildungstheoretisch anschlussfähige Konzepte versteht.
Die Future Skills-Forschung gewinnt damit an Tiefe, Klarheit und Richtung – nicht durch eine einheitliche Methode, sondern durch den systematischen Aufbau eines reflexiven, theoriegeleiteten und pluralen Erkenntnisraums.
Leiter der Forschungsgruppe und Professur für Bildungsmanagement und Lebenslanges Lernen